Adieu Hotel Mama: Lehrlinge arbeiten im Ausland

Mit dem Programm xchange haben Lehrlinge die Chance, ein Auslandspraktikum in ihrem Beruf zu absolvieren. Der Bonaduzer Polymechaniker Alexander Jana erzählt von seinen Erfahrungen in Deutschland.

Die Wirtschaft wird immer globaler und ein Blick über die Grenzen dementsprechend wichtiger. Genau das hat Alexander Janka getan, der momentan sein drittes Lehrjahr als Polymechaniker bei der Hamilton AG in Bodanzu absolviert. Er hat einen Blich über die Grenze gewagt udn für drei Wochen seine Arbeit mit einer Mechanikerin getauscht, die ihre Lehr bei der Firma Südzucker in Deutschland macht.

"Grundsätzlich kann jeder Lehrling bei xchange mitmachen", sagt Walter Järmann vom Amt für Berufsbildung. Xchange ist ein Lehrlingsaustauschprogramm, das von der internationalen Bodenseekonferenz und der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer ins Leben gerufen wurde. für den Austausch stehen den Lehrlingen sechs Länder zur Verfügung: Deutschland, Fürstentum Liechtenstein, Frankreich, Italien und die Schweiz.

Sämtliche Lehrbetriebe kontaktiert

Wenn ein Lehrling den Austausch machen wolle, könne er sich im Internet anmelden und xchange suche dann einen passenenden Betrieb im Ausland, erklärt Järmann den Ablauf des Austauschs. "Nach Möglichkeit schaue ich jeweils, dass die Lehrlinge während des Austauschs auch die Berufsschule im Ausland besuchen können." Für Unterkunft und Reise werden die Teilnehmer laut Järmann von der Organisation Movetia unterstützt.

Das Programm xchange gebe es bereits seit fast 18 Jahren, so Järmann. Es sei aber leider nicht so bekannt. "Im Frühling haben wir deshalb beschlossen, xchange nochmals neu zu initiieren und haben sämtliche Lehrbetriebe per Mail kontaktiert", sagt Järmann.

"Ich habe direkt zugesagt"

Genau dieses Mail erhielt auch Enrico Bellasi, Berufsbildungsverantwortlicher der lernenden Polymechaniker bei der Hamilton AG. Er habe dann die drei Lehrlinge, die bereits im dritten Lehrjahr seien, gefragt, wer Interesse an einem Austausch habe.

"Ich habe direkt zugesagt, als er mich gefragt hat", erzählt Janka. Die Arbeit bei der deutschen Firma Südzucker sei schon ziemlich anders gewesen als die Arbeit, die er hier bei Hamilton mache. "Das Grundwissen, das ich von hier habe, konnte ich aber auch dort nutzen." Der Tausch habe ihm sehr gut gefallen, obwohl er für den Job selber nicht direkt profitiert habe. "Es war aber sehr interessant, einmal etwas andere zu sehen, und ich würde anderen auf jeden Fall empfehlen, es auch zu tun." meint Janka

Es gibt noch Luft nach oben

Einzig was die Schule angeht, hat Lehrling Janke etwas zu kritisieren: "Momentan muss ich für die Schule ziemlich viel nacharbeiten, da ich viel verpasst habe." Die Lehrer hätten zwar die Unterlagen online gestellt, das habe aber nicht immer funktioniert. "Das nächste Mal würde ich den Austasch in den Schulferien machen", sagt er. Sein Lehrmeister Bellase meint dazu, man könne bestimmt noch einiges optimieren. Janka sei aber auch der erste Hamilton-Lehrling, der teilgenommen habe. Daraus könne man nun lernen.

Hamilton verfolgt xchange weiter

Ansonsten ist aber auch Bellasi begeistert von xchange. Am Schluss erhielten alle Teilnehmer ein Zertifikat. Das mache sich sehr gut im Lebenslauf, meint er. "Ich als Vorgesetzter würde in einer Bewerbung auf jeden Fall darau schauen." Bellasi ist auch überzeugt, dass sein Lehrling viel vom Austausch profitieren konnte. "In erster Linie sicher für die Selbstentwicklung." Durch so eine Erfahrung werde man auch selbstständiger. "Es wäre schön, wenn wir noch mehr Lehrlinge schicken und auch aufnehmen könnten. Ich finde das eine super Sache und werde auf jeden FAll auch den anderen Berufsbildern in der Firma von xchange erzählen."

 

Alexander Janka Hamilton 2017 11
Bild: Motiviert zurück: Polymechaniker Alexander Janka arbeitet nach drei Wochen in Deutschland wieder in Bonaduz, Bild von Theo Gstöhl

Autor: Angela Gross, Südostschweiz 16.11.2017

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